In diesem Blogpost gebe ich dir Inputs, wie du mit Instagram Stories journalistische Geschichten erzählen kannst.
Das Prinzip von Instagram Stories ähnelt einer Slideshow. Man macht ein Foto oder ein maximal 15 Sekunden langes Video, fügt grafische und interaktive Elemente hinzu und postet diese in die Story. Dort werden die geposteten Fotos und Videos chronologisch angeordnet und für 24 Stunden im Feed gespeichert.

Inhalt

Zutaten

Damit du Instagram Stories produzieren kannst, brauchst du ein Smartphone und die Instagram App.

Formate


Während der Recherche bin ich auf verschiedene Story-Formate gestossen. Sechs davon werdeich dir etwas genauer vorstellen. Dazu gehören die Formate: Behind the Scenes, Interview, Instagram Takeover, Reportage, Nachricht und Quiz.


Funktionsweise


Instagram Stories verfügen über einen Kameramodus in welchem Videos oder Fotos gemacht werden können und einen Bearbeitungsmodus, wo man das Foto oder Video mit grafischen und interaktiven Elementen anreichert.


Tipps


In den letzten Monaten habe ich viele Instagram Stories angeschaut und analysiert. Im letzten Absatz möchte ich dir meine Eindrücke daraus in Form von Tipps weitergeben.


Funktionsweise

Instagram Stories sind ein Bestandteil der Instagram App. Die einzelnen Slides kann man entweder direkt im Kameramodus aufnehmen oder aus der Smartphone-Galerie importieren.

Da viele Medienunternehmen eigene Grafiken verwenden, werden Instagram Stories vielmals mithilfe von externen Schnittprogrammen editiert, anschliessend auf das Smartphone geladen und dann in der Story publiziert. Wer die vollständige Story mit Instagram produzieren möchte, hat ebenfalls viele Möglichkeiten.

Im Kameramodus können Livestreams gestartet werden und Videos mit Spezialeffekten wie Stop-Motion, Boomerang, Superzoom oder Rewind aufgezeichnet werden. Sobald das Foto oder Video im Kasten ist, wechselt man in den Bearbeitungsmodus. Dort gibst es nun sehr viele Möglichkeiten.

In der Rubrik Stickers kann man beispielsweise Emojis einfügen, den Standort taggen, mit Hashtags arbeiten oder eine Umfrage einbauen.

Unter den Stickers befinden sich wertvolle Tools, die auch die Reichweite der Story beeinflussen können. Taggt man beispielsweise einen Ort, wird die eigene Story auch in der automatisch generierten Story eines spezifischen Ortes verbreitet. Das Gleiche gilt für Hashtags. Mit dem Umfrage-Tool, kann man die ZuschauerInnen nach der Meinung fragen oder beispielsweise ein Quiz durchführen. Das lockert die Story auf und die Zuschauerinnen und Zuschauer können aktiv bei deiner Story mitwirken.

Im Bearbeitungsmodus lassen sich zusätzlich Texte generieren. Dazu gibt es verschiedene Schriftarten und die Möglichkeit, unter dem Text einen farbigen Hintergrund einzufügen. Textelemente in deiner Story unterstützen die Geschichte und sorgen dafür, dass man sie auch ohne Ton konsumieren kann.

Mit dem Zeichnungstool lassen sich Zeichnungen direkt auf die Slides anbringen. Wer einen Business-Account mit mehr als 10’000 Followern besitzt, hat zusätzlich die Möglichkeit, die Slides mit einer externen Webseite zu verlinken.

Mit Instagram Stories kann man kurze,  packende Geschichten erzählen. Was das Format und den Inhalt anbelangt, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Möchtest du es noch detaillierter? Dann empfehle ich dir «The Ultimate Guide to Instagram Stories» von Benjamin Chacon.

Zum Guide

Formate

Ich möchte dir nun sechs Formate vorstellen, die ich während der Recherche entdeckt habe:

Behind the Scenes

Bei diesem Format zeigt man den Usern, was hinter den Kulissen abläuft.

Bei einem Medienunternehmen können das zum Beispiel Stimmen aus der Redaktion sein, zu einem aktuellen Thema oder aus dem Redaktionsalltag. Natürlich kann man auch Gäste zeigen, mit denen man ein Interview führt. Beispielsweise National Geographics zeigt immer wieder Behind the Scenes-Stories aus Reportagen und vermischt dabei Statements der Machern mit Bildern aus der Dokumentation.

Wichtig beim Behind the Scenes-Format ist, dass man die ZuschauerInnen an die Hand nimmt und aktiv durch die Story führt. Empfehlenswert ist auch, dass man Gesichter zeigt und abwechslungsreiche Slides produziert. Konkret könnte man abwechselnd Statements einbauen, dann ein aussagekräftiges Stimmungsbild zeigen und wieder ein Statement oder eine kurze Zwischenumfrage einfügen. So wird das Interesse der ZuschauerInnen geweckt und sie haben die Möglichkeit sich aktiv zu beteiligen.

Interviews

Instagram Stories eignen sich auch für kurze Interviews oder Strassenumfragen. Das Spannende an diesem Format ist, dass sich die Interviewten aufgrund der 15 Sekunden Zeitbeschränkung kurz halten müssen. Am einfachsten funktioniert dieses Format, wenn die interviewte Person für die Aufzeichnung das Smartphone selbst hält und direkt in die Kamera spricht. Somit wirkt das Interview authentisch. Wichtig ist natürlich, dass man die interviewte Person taggt, und in der Story vorstellt.

Instagram Takeover

Während einem Instagram Take Over übernimmt eine andere Person den Instagram Channel und zeigt den Zuschauerinnen und Zuschauern den Alltag aus einer völlig anderen Perspektive.

Das bringt Abwechslung und man kann mit diesem Format neue Gesichter vorstellen.

Reportage

Die Reportage kommt bei Instagram Stories immer wieder zum Einsatz. Bei einer Reportage gibt es meistens eine/n ReporterIn, die/der etwas herausfinden will. Am Anfang der Story wird eine Frage gestellt, welcher im Verlauf der Story nachgegangen wird. In der Story werden kurze Moderationen, kreative Stimmungsbilder und Interviews kombiniert. Wichtig ist, die Story abwechslungsreich und interessant zu produzieren – denn mit einem einfachen Swipe könnten die Zuschauerinnen und Zuschauer  schon zur nächsten Story gelangen. Das Format Reportage ist im Vergleich zu den anderen Formaten eher aufwändig, denn es reicht nicht, wenn man die Story einfach nebenbei produziert. Man sollte im Voraus das Grundgerüst der Story planen und überlegen, wie man die Geschichte spannend erzählen kann. Der Channel bei Snapchat und Instagram Stories ist hochkant ausgerichtet, hat sich in den letzten Jahren auf dieses Format spezialisiert und gezeigt, dass Instagram Stories auch für längere Formate geeignet ist.

Dieses Beispiel wurde mit Snapchat produziert und parallel auf Instagram Stories publiziert.

Quiz

Ein spannendes Format ist auch das Quiz. Mithilfe der Stickers-Funktion «Umfrage» kann man die ZuschauerInnen herausfordern und ihnen Quizfragen stellen.
The Guardian hat dazu ein spannendes Format entwickelt. Es heisst «Fake or for Real» und erscheint immer freitags. Eine Moderatorin stellt Behauptungen auf, welche die Runde gemacht haben und man kann dann als Zuschauer raten, ob es sich bei den Behauptungen um falsche oder wahre Meldungen handelt. Danach wird die Lösung präsentiert und mit einer Erklärung ergänzt. Dieses Format gefällt mir besonders, denn es wird auf eine spielerische Art und Weise eine packende Geschichte erzählt. Auch der Konsum der Story ist spannend, da man aktiv dabei ist und sich in die Geschichte einbringen kann.

Nachricht

Viele Medienhäuser verbreiten mit Instagram Stories kurze Newsbeiträge. Möglich ist das mit einer Moderation, mit Stimmungsbildern und Texttafeln oder einer Kombination aus beiden. Es gibt auch Medienunternehmen, die kurz erzählen, um was es geht und für einen detaillierten Artikel über das Thema auf ihre Webseite verlinken.

Tipps für gute Instagram Stories

Konzept

Stelle sicher, dass deine Story einen roten Faden besitzt. Wenn du einfach ohne Plan und Zusammenhang Dinge filmst, kann es ziemlich langweilig werden. Sobald du eine Geschichte erzählst, wird es spannend. Die Geschichte kannst du mit Texteinblendern, gestalterischen Elementen oder mit dir als Moderator vor der Kamera erzählen. Wenn du dich selber filmst und die User durch die Story führst, verleihst du der Geschichte zusätzlich ein Gesicht und agierst als Ansprechpartner für die User.

Im ersten Slide solltest du mit deiner Geschichte überzeugen. Mach ein inhaltliches Versprechen und zeige den Usern, was sie in den nächsten Slides erwartet. Wichtig ist es, dir Aufmerksamkeit der User zu sichern.

Dialog

Sorge dafür, dass du mit den Zuschauern in einen Dialog trittst. Stelle deiner Community Fragen und gib ihnen die Möglichkeit, mit deiner Story zu interagieren.

Wenn du deine ZuschauerInnen ernst nimmst und regelmässig mit ihnen kommunizierst, baust du eine treue Community auf. Wenn dir das gelingt, wird die Community auch längere Geschichten von dir konsumieren.

Experimentieren

Experimentiere mit den Formaten und nutze die Gestaltungsmöglichkeiten abwechslungsreich. Setze Tags, Verortungen und Hashtags ein, um auch in anderen Stories angezeigt zu werden. Achte darauf, dass du das Bild nicht zupflasterst. Manchmal lohnt es sich, Elemente etwas kleiner zu machen, um das Bild nicht zu überladen.

Verabschiedung & Call to Action

Am Ende der Story lohnt es sich, wenn du dich verabschiedest und einen sogenannten Call to Action einbaust. Darin kannst du die ZuschauerInnen nach der Meinung fragen oder zu einer anderen Handlung aufrufen.

Adam Keel

Leidenschaftlicher Tüftler und Geschichtenerzähler. Studiert Cast / Audiovisual Media an der Zürcher Hochschule der Künste. Nebenbei arbeitet er als Videoproducer beim Social-Magazin «izzy».